Seit 2017 können gesetzliche Krankenkassen die Kosten für medizinisches Cannabis übernehmen — aber der Prozess ist komplex. Ablehnungen beim ersten Antrag sind häufig. Dieser Guide erklärt, wie du die besten Chancen hast.
Wann übernimmt die Krankenkasse Cannabis-Kosten?
Gesetzliche Grundlage: §31 Abs. 6 SGB V. Die Kasse muss zahlen, wenn:
- Eine schwerwiegende Erkrankung vorliegt
- Andere Therapien nicht ausreichend gewirkt haben (Therapieresistenz)
- Eine nicht ganz fernliegende Aussicht auf Behandlungserfolg besteht
- Kein vergleichbares Arzneimittel zur Verfügung steht
Häufige anerkannte Indikationen: Chronische Schmerzen, Spastiken bei MS, Übelkeit bei Chemotherapie, ADHS (umstritten), therapieresistente Epilepsie.
Schritt-für-Schritt: Kostenübernahme beantragen
- Arztgespräch: Arzt dokumentiert Diagnose, bisherige Therapien und Therapieresistenz
- Antrag stellen: Arzt stellt formellen Genehmigungsantrag an die Krankenkasse
- Genehmigung oder Ablehnung: Kasse hat 3 Wochen Zeit (bei MDK-Prüfung: 5 Wochen)
- Bei Ablehnung: Widerspruch — innerhalb von 1 Monat, mit ärztlichem Gutachten
Tipps für einen erfolgreichen Antrag
- Arzt muss alle bisherigen Therapieversuche lückenlos dokumentieren
- Je detaillierteres Arztschreiben, desto besser
- Spezialisierte Anwälte für Cannabis-Recht bei Ablehnung einschalten
- Patientenorganisationen (z.B. ACM) können bei Widerspruch helfen
Während des Antragsverfahrens: Privatrezept nutzen
Das Antragsverfahren kann Monate dauern. Viele Patienten nutzen in der Zwischenzeit Privatrezepte — und vergleichen Preise, um die Eigenkosten zu senken.
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